Komm doch zum Tee: „Menschen helfen, nicht Deutsche, Syrer oder...“ der Zusammenhalt stärkt!

Meine Erfahrungen hierzu begleiten mich in beruflichen, sozialen und gesellschaftlichen Bereichen und sie werden mit den aktuellen Situationen nicht nur mehr, sondern auch intensiver!

Die Vermittlung der Werte aller Menschen, ohne Erkennen der Nationalität, ist ein Ziel, was noch besser gestaltet werden kann. Die menschliche Fürsorge ist der wesentliche Faktor, mit dem unsere Gesellschaft Lösungen sozialer und politischer Probleme erzielen kann. Das Lernen zur Einigung, auch mit Diskussionen mit und über Medien kann zu einer gesunden und diktaturfreien Gesellschaft verhelfen und damit bei politischen Ursachen schließlich zur Verhinderung von Diktaturen.

Mein Leben begann vor 44 Jahren in Syrien.

Nach dem Studium der Zahnmedizin hatte ich die Gelegenheit zur Weiterbildung (Oralchirurgie) in Berlin an der Charité.

Der Krieg in Syrien und der damit verbundene Wunsch, den Menschen dort zu helfen sowie das Interesse, die politische Lage in Syrien zu ändern, waren für mich und andere Syrer in Deutschland Anlass, den Alkawakibi e.V. zu gründen.

Als Pionier seiner Zeit im Kampf gegen die Diktatur und Unterdrückung der Menschen, vermittelt der syrische Philosoph Abdul-Rahmen Alkawakibi (1854-1902) die zentrale Botschaft unseres Vereins. Eines seiner wichtigsten Werke war „Die Eigenschaften der Despotie“.

Weitere humanitäre Ziele des Vereins entwickelten sich aufgrund des anhaltenden Krieges in Syrien und die damit stark angestiegene Anzahl der Kriegsverletzten mit Gesichtsdefekten. Da ich in der Charité Berlin in der Epithetik mitgearbeitet und zu diesem Thema promoviert habe, war es mir ein Anliegen, dieses Wissen zur Rekonstruktion von Gesichtsverletzungen den Kriegsopfern zur Verfügung zu stellen.

Dadurch entstand gemeinsam mit ehrenamtlichen Anaplastologen aus Deutschland das Epithetik-Projekt. Der Patientenkreis ist groß, der Einsatz im Urlaub der Ehrenamtler reicht bei Weitem nicht aus.

Inzwischen konnten bei Geflüchteten in der Türkei Ärzte sowie Techniker gefunden werden, die ausgebildet werden und längerfristig diese Aufgabe übernehmen können.

Eine weitere wichtige Aufgabe entwickelte sich durch die Flucht vieler Ärzte, Zahnärzte und Apotheker aus Syrien nach Deutschland. Fast alle dieser Geflüchteten kommen mit Berufserfahrungen (eigene Praxen, Krankenhaus, Auslandserfahrungen) fast alle 3-sprachig und sie sind dann gut gerüstet für den deutschen Arbeitsmarkt.

Das Mentoren-Projekt „Ärzte helfen Ärzten“ gibt Unterstützung vom Erlernen der deutschen Sprache, der medizinischen Fachsprache bis zur Approbation.

Hierfür hat der ALKAWAKIBI e.V. beim Berliner Gesundheitspreis 2017 den 1. Preis gewonnen!

Das Engagement deutscher Mentoren bei der Unterstützung in medizinischer Hinsicht ist wichtig, um die Ziele der Fortbildungen zu erreichen und den Einsatz der notwendigen flächendeckenden Mediziner-Leistungen zu gewährleisten; Mediziner aller Fachrichtungen sind Mangelberufe in Deutschland.

Die Kontakte zwischen Deutschen und Syrern (auch der anderen arabisch sprechenden Mediziner) sind auch außerhalb der Fortbildungen gewachsen.

Durch Gespräche, Veranstaltungen mit Sport und Musik, Besichtigungen, Ausflüge entstandenen Gelegenheiten zu Fragen und Antworten aller Bereiche. Die Vermittlung von Werten aller Menschen ohne Sicht auf Nationalität mit menschlicher Fürsorge erleichtert das Leben in jeder Gemeinschaft.

Die amtlichen Hilfen bei Not und Problemen reichen nicht aus, um eine Gemeinschaft zu erreichen, es sind menschliche Lösungen notwendig!

Wenn Migranten nach Verlusten von Heimat und Angehörigen gestärkt werden, Sicherheit spüren, lernen sie ruhiger mit Zielen. Das hat Einfluss bei möglicher Rückkehr ins Heimatland: Sie können ihre Erfahrungen zum Aufbau nutzen und mit Demokratie die Gesellschaft stärken.

Und wenn sie hierbleiben wollen, zählen sie zu den mitmenschlichen Neubürgern!

Dr. B. Alsaeed

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